Heimweh nach dem Hof

Die Tage von Montag bis Freitag stehen momentan bei mir unter dem Motte „Bäuerin-verlässt-den-Hof“. Beruflich hat es mich für drei Monate nach Münster verschlagen. Ja, Münster in Westfalen. Weit weg von den heimischen Scheunentoren muss ich momentan meine Woche verbringen. Und ich kann Euch sagen: Ich habe Heimweh nach dem Hof.

Als ich die letzten zwölf Monate nur einen Katzensprung von Zuhause entfernt gearbeitet habe, beschwerte ich mich immer, dass ich abends so viel zu tun habe. Und jetzt: Fehlt es mir. Auto abstellen, den Hof betreten und schon wieder eingefangen sein von der ganzen Arbeit, die noch so ansteht: der Garten, die Tiere, der Hund, der Hofladen. All das beschäftigt uns abends meist bis es längst dunkel ist. Dann noch schnell was essen, ein bißchen basteln, kurz fernsehen und dann ab ins Bett. So sehen meine Abende auf dem Bauernhof aus. Das Los einer Vollzeitbeschäftigten mit Nebenjob „Bäuerin“.

 

Zeit für mich

 

Schön hier. Ist aber nicht mein Zuhause.

Schön hier. Ist aber nicht mein Zuhause.

Jetzt habe ich abends Zeit zu lesen, fernzusehen, einkaufen zu gehen. Schließlich bin ich 360 km von der abendlichen Hofarbeit entfernt. Toll, habe ich gedacht, endlich mal wieder Zeit für mich. Toll war das auch – zwei Abende lang. Inzwischen juckt es mir abends in den Füßen. Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt, nach der Arbeit im Büro stillzusitzen. Ohne Garten, ohne Hühner, ohne Hund. Und natürlich ohne Freund.

Vor allem aber die „Landruhe“ vermisse ich. Stadt gefällt mir so gar nicht mehr. Die vielen Leute, der Trubel. Viele können das wahrscheinlich nicht nachvollziehen. Aber für mich strahlt das Leben auf dem Lande eine Ruhe und Harmonie aus, die ich einfach brauche – trotz der vielen Arbeit, die wir haben. Denn das Schönste sind dann die Pausen. In der vollkommenen Ruhe, die man nur auf dem Land findet.

Ich tröste mich momentan damit, dass ich den Spätsommer wieder zu Hause verbringen kann. Und den Winter. Bis dahin heißt es „Durchhalten in Westfalen“. Und an den Wochenenden das Hofleben genießen! Dann aber richtig.

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