Hoch die Tassen – 2 Jahre Scheunenladen

Jaja, die Zeit vergeht. Und so sind seit der Eröffnung unseres Scheunenladens inzwischen zwei (!!) Jahre vergangen. Höhen und Tiefen der Direktvermarktung durften wir seitdem erleben. Auf großes Lob folgte manchmal auch Tadel, Kunden kamen dazu und manche blieben auch weg. Man kennt es selbst, in manchen Läden fühlt man sich wohl in manchen nicht – man schwimmt eben nicht mit jedem auf gleicher Wellenlänge.

Am Geburtstag sind kleine Sahne-Sünden erlaubt.

Wir haben saisonale Schwemmen (Zucchini und Tomaten!) und Ebben (im Winter gibt es eben außer Kohl nix Regionales) durchlebt. Wir haben uns manchmal geärgert und ganz oft gefreut, haben fantastische Gespräche geführt, mussten diskutieren, als wir wegen der unkupierten Schnäbel der Hühner die Eierpreise erhöhen mussten (was in der Produktion mehr kostet, muss eben auch im Verkauf angepasst werden – dafür sind wir „Scheunenladen“ und nicht „Lebensmitteleinzelhandel“). Ernteten zum Großteil Verständnis und in nur ganz wenigen Fällen Verärgerung. Abgeschreckt haben wir durch die Preiserhöhung niemanden – ganz im Gegenteil, die Eier-Kunden werden immer mehr.

Direktvermarktung ist direkter

Und als kleines Dankeschön für die Kunden gab es frisch gebackene Waffeln.

Die Direktvermarktung ist familiären, „näher dran“. Als Chef oder Chefin, Verkäufer oder Verkäuferin bekommt man Positives, wie auch Negatives, direkter zu spüren, nimmt sich manches vielleicht auch persönlicher. Es „menschelt“ mehr, man hat einen viel engeren und persönlicheren Kontakt zu den Kunden. Das macht es schön – und in Einzelfällen kompliziert.

Auch, wenn die Direktvermarktung ein wirklich zeitaufwendiges Geschäft ist (anbauen, ernten, Laden richten, Laden putzen, dekorieren, aussortieren, Neuheiten präsentieren, Werbung machen, verkaufen), das es von der Familie zu stemmen gilt, so haben wir es bisher keinen Augenblick lang bereut. Wir mögen unsere Kunden, wir freuen uns, wenn wir uns mit ihnen austauschen können, manchmal auch diskutieren. Wir sind ihnen dankbar, dass sie das, was wir an Lebensmitteln für sie produzieren, zu schätzen wissen und dass auch sie gerne zu uns kommen. Es schenkt uns ein Lächeln, wenn viele bei einem Gespräch – und einem Kaffee – verweilen. Und manchmal auch sagen, dass sie froh sind, dass es uns gibt.

Danke!

All das in der Summe ist unbezahlbar und treibt uns an. Es treibt uns an in der Landwirtschaft, für die man in letzter Zeit viel zu selten nette Worte bekommt, und dazu, samstags früh aufzustehen, um den Laden zu richten und dann den ganzen Vormittag im Verkauf zu verbringen. Wir danken allen unseren Kunden für die vielen lieben Worte, die zahlreichen Einkäufe und dafür, dass Verlass auf sie ist: Wenn es einen Anlass zu feiern gibt (z.B. den zweiten Geburtstag), dann kommen sie und stoßen mit uns an. Vielen Dank für den wunderbaren Scheunenladen-Geburtstag!

Zeit zum Verweilen – die muss man manchmal auch einfach haben.

 

 

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