Urlaub vom Bauernhof auf Fuerteventura

Eine Woche Fuerteventura, weg vom Winter und dem Schnee: Ganz nach dem Motto „Urlaub vom Bauernhof“ haben wir uns eine kleine Auszeit gegönnt. Herrlich. Eine Woche lang jeden Vormittag einen ausgedehnten Strandspaziergang, dann Bummeln auf der Promenade und am Nachmittag entspannen beim Lesen am Pool. Stress haben wir zu Hause genug. Deshalb steht die Gemütlichkeit im Urlaub an oberster Stelle. Und trotzdem kann ich ein wenig berichten und einige Tipps für die Sonneninsel geben.

Von wegen Sonneninsel

Bei unserer Ankunft auf Fuerteventura hat es erst einmal geregnet. Im Hotel haben wir erfahren, dass dieser Winter außergewöhnlich kalt, stürmisch und regnerisch ist. Von schlechtem Wetter lassen wir uns aber nicht aufhalten – außerdem war es alles gar nicht so schlimm und wir konnten die Tage in kurzen Hosen und Pullover genießen.

Wir waren jetzt das zweite Mal auf Fuerteventura und wie beim letzten Mal hat es uns auch in diesem Jahr wieder sehr gut gefallen. Das Hotel unserer Wahl liegt direkt am Strand von Jandia, der mit seinem herrlich weißen Sand zu langen Strandspaziergängen einlädt.

Strand

Ganz träge wollten wir in unserer Urlaubswoche dieses Mal nicht sein, deshalb haben wir uns ein Auto gemietet und sind über die Insel gedüst. Dabei haben wir wirklich tolle, teilweise nicht ganz so karge, Ecken entdeckt.

Los ging unsere Tour in Morro Jable, wo wir unser Auto abgeholt haben. Morro Jable mit seinen kleinen, netten Geschäften kennen wir schon ganz gut. Hierhin führt uns immer unser Strandspaziergang.

Auf der FV 2 sind wir zunächst Richtung Costa Calma gefahren, von dort ging es auf der FV605 in Richtung La Pared. Hier haben wir einen kurzen Halt eingelegt und sind durch die gemütlichen Gassen des kleinen Dörfchens gelaufen.

Pässe, Bergstraßen, fruchtbare Täler

Über die Passhöhe La Tablada sind wir nach dem Halt weiter Richtung Pájara gefahren. Unterwegs gibt es einige tolle Aussichtspunkt, von denen man Teile der Insel überblicken kann. Diese ist in diesem Gebiet noch sehr, sehr karg. Aber dennoch wunderschön. Wir waren früh dran und die Aussichtspunkte waren noch nicht allzu sehr mit Touristen bevölkert. So konnten wir recht ungestört die tolle Aussicht genießen.

 

Landschaft

 

Von Pàjara aus sind wir auf der extrem steilen, engen Bergstraße FV 30 in Richtung Betancuria gefahren. Spannend wird es hier vor allem, wenn ein Reisebus entgegenkommt – oder man von rasenden Spaniern überholt wird. Auf der Strecke gibt es weitere tolle Aussichtspunkt. Unter anderem auf einen ehemaligen Stausee (Embalse de las Peñitas). Dieser ist heute zwar nur noch ein brauner Tümpel, früher diente das Wasser aber zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen. Der Aussichtspunkt zum ehemaligen Stausee ist auf jeden Fall ein Stopp wert, denn hier gibt es nicht nur umfangreiche Informationstafeln, sondern auch einen herrlichen Ausblick auf eine landwirtschaftlich genutzte Fläche und die steile Serpentinen-Straße.

Gefüttert mit Informationen zum Stausee haben wir uns auf den Weg nach Betancuria gemacht. Die ehemalige Inselhauptstadt. Das Städtchen war bei der Planung unserer Tour mein persönliches Highlight. Gleich am Ortseingang ist ein großer Parkplatz, von dort aus sind es etwa 5 Minuten Fußweg ins Zentrum. Hier gibt es süße, kleine Geschäfte, in denen man Kaktusmarmelade und Kunsthandwerk kaufen kann. Die historischen Gebäude und die schönen Gassen schaffen ein nostalgisches Ambiente. Die Kirche auf dem zentralen Dorfplatz ist auf jeden Fall ein Highlight. Insgesamt hat es mir in Betancuria gut gefallen, allerdings ist der Ort sehr auf Tourismus ausgelegt. Um die Mittagszeit halten hier viele Busse. Dann sind die kleinen, schnuckeligen Restaurants sehr überlaufen.

Fuerte1

Von Betancuria aus ging es über die FV 207 und die FV 10 weiter nach La Olivia. Die gepflegte Kleinstadt liegt im Norden von Fuerteventura. Bis in die 1970er Jahre lebte die Bevölkerung hier hauptsächlich von der Landwirtschaft. Informationen dazu gibt es im Landwirtschaftsmuseum Museo del Grano La Cilla. Dieses ist in einem ehemaligen Lagerhaus untergebracht. Wenn es die Zeit zulässt, sollte man in La Olivia auf jeden Fall einen Stopp einlegen.

Weiter ging es für uns in Richtung Corralejo. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch Villaverde. Im kleinen Supermarkt des Ortes, den wir durch Zufall entdeckt haben, gibt es ganz fantastische Kümmelbrötchen und eine kleine Wursttheke. Absolut zu empfehlen.

Nach der Stärkung mit den köstlichen Brötchen, sind wir durch die Wanderdünen El Jable bei Corralejo spaziert. Die Dünen sind sehr imposant und ein Spaziergang durch den weichen, endlos erscheinenden Sand ist Balsam für die Seele. Beim Strandspaziergang hier hat man zudem einen tollen Blick auf die Nachbarinsel Lanzarote.

Und nicht nur ein Spaziergang ist beeindruckend, auch die Fahrt durch die Dünen auf der FV 1. Schwarzer Asphalt durch weißen Sand. Ein Kontrast, wie er größer kaum sein könnte.

Strand4

Als nächsten Stopp hatten wir eine Aloe-Vera-Plantage (Savimax) vorgesehen. Diese liegt in der Nähe von Antigua. Man erreicht die Plantage und den Fabrikverkauf von der FV 50 aus. An km 5 am Kreisverkehr sind wir Richtung Valles de Ortega abgebogen. Nach etwa 150 m geht die Auffahrt zur Plantage links ab (geöffnet täglich 10 bis 18 Uhr). Eine nette Frau hat uns einiges über den Aloe Vera-Anbau und die Ernte erklärt und vor Ort konnten wir dann noch einige Produkte erwerben.

AloeVera

Auf dem Rückweg nach Morro Jable haben wir uns für einen spontanen Abstecher nach Gran Tarajal entschieden. In Gran Tarajal, der zweitgrößten Stadt auf Fuerteventura, wohnen überwiegend Einheimische und Auswanderer. Hier gibt es schöne, kleine Restaurants und Cafés an der Strandpromenade. Der Strand ist mit seinem feinen, fast schwarzen Lavasand ein Highlight. Ein Abstecher nach Gran Tarajal lohnt sich also auf jeden Fall.

 

Strand3

Mit all den fantastischen Eindrücken von der Insel sind wir abends ins Hotel zurückgekehrt. Wenn wir wieder nach Fuerteventura reisen, werden wir uns sicherlich wieder ein Auto mieten und mit Hilfe unseres Reiseführers (Marco Polo) die Insel erkunden. Das ist einfach und auch eine echte Alternative zu geführten Touren.

Und was ist landwirtschaftlich so los auf Fuerteventura?

Nicht viel, denn aufgrund des Wassermangels ist eine intensive Landwirtschaft kaum möglich. Trotzdem findet man auf typischen Terrassenfeldern noch kleinere Anbauflächen.

Landwirtschaft-Fuerte

Lange war die Tomate die wichtigste Kultur. Heute ist der Tomatenanbau nicht mehr allzu sehr verbreitet und die Tomatenzucht ist nicht mehr gewinnbringend.

Ganz im Gegensatz zum Aloe-Vera-Anbau. Denn Klima und Bodenqualität eignen sich auf Fuerteventura bestens. Die Pflanze wird direkt vor Ort beerntet und verarbeitet. Aloe Vera ist eine Heilpflanze, die unter anderem zur Heilung von Schnittwunden, Verbrennungen (auch Sonnenbrand), Mückenstichen und Akne eingesetzt wird. Bei innerer Anwendung hilft sie gegen Haarausfall, Magenbeschwerden, Astmaerkrankungen und stärkt das Immunsystem. Aloe-Vera-Produkte kann man auf Fuerteventura in vielen Geschäften kaufen (auch im Duty-Free-Shop am Flughafen) aber auch direkt im Fabrikverkauf auf verschiedenen Plantagen.

Und auch ein bisschen Viehhaltung gibt es auf Fuerteventura: Auf den kargen Flächen der Insel werden Ziegen gehalten, aus deren Milch der typische Fuerteventura-Käse (Queso Majorero) hergestellt wird. Auch dieser ist überall auf der Insel erhältlich.

Irgendwann wieder?

ichIch finde die karge, sonnige aber auch windige Insel toll. Die Mühlen, die häufig das Landschaftsbild prägen, die Strände, die kleinen Dörfer mit den verwinkelten Gassen… Hier fühle ich mich wirklich wohl. Einen längeren Urlaub als zwei Wochen kann ich mir hier zwar nicht vorstellen, aber das ist eher eine persönliche Sache. Für eine Woche ist All-inclusiv-Urlaub, ohne Hektik, ohne Pläne am selben Ort möglich. Wenn ich länger in Urlaub gehe, dann brauche ich Ortswechsel und viele Erlebnisse, Rucksacktouren. Aber ich bin sicher, dass wir nächstes Jahr wieder für eine Woche nach Fuerteventura kommen. Dann steht noch viel auf der Liste, was es zu entdecken gibt: Puerto del Rosario, die Piratenhöhlen von Ajuy, das Salzmuseum Museo de la Sal, Cofete und Villa Winter … Es lohnt sich also wieder zu kommen.

Warst Du auch schon mal auf Fuerteventura? Was hat Dir am Besten gefallen?

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